Wenn von der “neuen Welle” die Rede ist, stellt man sich leicht etwas Cooles, Urbanes und vielleicht etwas zu Ästhetisches vor. Doch in der Weinwelt geht es in eine andere Richtung. Hier dreht sich die neue Welle nicht um Designeretiketten oder Fermentationen mit technischen Namen. Es geht um Erde an den Stiefeln, raue Hände und eine klare Mission: Zurück zu den Wurzeln.
In diesem Sinne arbeitet Toni Carbó, einer der Schlüsselnamen der aktuellen Szene im Penedès (Katalonien). 2012 entschied er sich, den Familienweinberg zu übernehmen und benannte ihn in La Salada um, zu Ehren des Bauernhauses, in dem sein Großvater geboren wurde. Er tat es nicht aus Marketinggründen oder aus gespielter Nostalgie, sondern aus einem tieferen Grund: weil er glaubte, dass dieses unberührte Stück Land nur 40 Kilometer von Barcelona entfernt es wert war, aufmerksam gehört zu werden.
Und wie er es gehört hat. Toni repräsentiert die vierte Generation von Winzern in der Familie. Und obwohl er begann, Wein so zu machen, wie es in den 90er Jahren üblich war – mit vielen Anweisungen und wenig Intuition – lehrten ihn die Zeit, die Beobachtung und die eine oder andere Ungehorsamkeit das Wesentliche: Wenn der Boden lebendig ist und die Traube gesund, ist das Beste, was Sie tun können, nicht zu stören.
La Salada La Fusta ist ein klares Beispiel für diese Philosophie. Ein Wein, der zu 100% aus der autochthonen Sorte Xarel·lo von Reben hergestellt wird, die 1985 auf ton-kalkhaltigem Boden der Parzelle “La Fusta” gepflanzt wurden. Es wird ökologisch gearbeitet und die Lese erfolgt manuell zum optimalen Reifezeitpunkt. Im Weinkeller wird eine direkte Pressung durchgeführt und der Most fermentiert mit einheimischen Hefen in Edelstahltanks. Schließlich reift der Wein 6 Monate auf der Feinhefe in Edelstahl und in gebrauchten Kastanienfässern. Ohne zugesetzten Schwefel. Ohne Künstlichkeit. Ohne Tricks oder Täuschungen.
La Salada La Fusta ist ein Wein mit Landschaftsseele, der nach sauberer Erde und ruhiger Entschlossenheit schmeckt. Ein Weißwein, der nicht beeindrucken will, es aber dennoch tut. Denn wenn der Wein lebendig ist, braucht er nichts weiter. Ohne Show. Ohne Aufdringlichkeit. Nur Wahrheit in Flaschen.